Risiken
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Das Risiko kann durch folgende Gleichung beschrieben werden:
Risiko = Verwundbarkeit * Bedrohung * Auswirkung.
Diese Elemente sind die Grundkomponenten des Risikos (sie werden in anderen Abschnitten ausführlich beschrieben).
Die
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Bedrohungen
» bezeichnen alle (im Allgemeinen externe) Elemente, die die EDV-Ressourcen eines Unternehmens angreifen können
Die «
Verwundbarkeit
»
bezeichnet alle Sicherheitslücken der EDV-Ressourcen, die von den Bedrohungen genutzt werden können, um die Ressourcen zu gefährden.
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Die «
Auswirkung
»
ist das Ergebnis der Ausnutzung einer Verwundbarkeit durch eine Bedrohung und kann
verschiedene Formen annehmen: finanzieller Verlust, Beeinträchtigung des
Markenimages, Verlust der Glaubwürdigkeit etc.
Die Kombination dieser drei Faktoren bildet das "Risiko". Dieser Wert ermöglicht vor
allem die Einschätzung der finanziellen Auswirkungen und/oder der Wahrscheinlichkeit
des Auftretens eines unerwünschten Ereignisses.
Die Berechnung eines Risikos soll die Bewertung bekannter oder unbekannter Ereignisse
ermöglichen, die die Integrität der EDV-Ressourcen eines Unternehmens beeinträchtigen
können, um in der Folge Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.
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Hinsichtlich der EDV-Systeme ist die Messung der Risiken und deren Bewertung wichtig, da sie folgendes ermöglichen:
Identifizierung der Sicherheitslücken
Die Sicherheitslücken lassen sich auf der Ebene der EDV-Ressourcen (Infrastruktur, Anwendungen etc.)
aber auch auf organisatorischer Ebene (Sicherheitspolitik, Verfahren etc) erkennen. Manchmal
ermöglicht die Bewertung der mit einem Element der EDV-Architektur verbundenen Risiken die
Aufdeckung von Sicherheitslücken in der globalen Datenverarbeitung des Unternehmens.
Einschätzung des Werts der EDV-Elemente
Um eine Bewertung der Risiken durchführen zu können, ist es erforderlich, den Wert
der verschiedenen EDV-Ressourcen zu ermitteln. Alle wichtigen EDV-Ressourcen müssen bewertet werden.
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Festlegung der Prioritäten der Sicherheitsmaßnahmen
Um die Prioritäten in Bezug auf die Schutzmaßnahmen festlegen zu können, ist es
erforderlich, eine Identifizierung, Bewertung und einen Vergleich der Risiken,
denen das Unternehmen ausgesetzt ist, durchzuführen.
Entwicklung von Know-how
Die Anwendung von Standardverfahren zur Bewertung der Risiken ermöglicht es,
von der Erfahrung von EDV-Experten zu profitieren und zu wertvollen
Schlussfolgerungen zu gelangen. Dies gilt insbesondere dann,
wenn man selbst Laie auf diesem Gebiet ist.
Festlegung einer angemessenen Sicherheitspolitik
Nur eine ausführliche Auswertung der Risiken ermöglicht es, eine Vorstellung von den
möglichen finanziellen Auswirkungen auf das Unternehmen zu entwickeln und folglich eine
Lösung hinsichtlich der Sicherheit der EDV- und Kommunikationssysteme zu implementieren,
die eine angemessene Investitionsrentabilität gewährleistet.
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Zunächst einmal ist es erforderlich, den Unterschied zwischen einem
Audit und einer Bewertung im Bereich der EDV-Sicherheit eindeutig festzulegen:
Die Bewertung oder das "Assessment" ist eine Messung des Zustands der EDV-Sicherheit,
die nicht unbedingt einen Vergleich mit Standards oder gesetzlichen Vorschriften umfasst.
Der Audit hat zum Ziel, das Niveau der EDV-Sicherheit in Bezug auf eine Norm oder
gesetzliche Vorschriften zu ermitteln. Ein "Assessment" kann eine der Phasen dieses Audits sein.

Die von den bedeutendsten Prüfungsgesellschaften angewandten Verfahren umfassen eine
Vielzahl von "Checklisten", die eine Kontrolle der EDV-Systeme aber auch der
globalen Verwaltung des Unternehmens ermöglichen.
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Diese Verfahren umfassen häufig einen Vergleich mit Musterverfahren (Best Business Practice).
Zu den bekanntesten Verfahren gehören: COBIT (Control Objectifs for Information
and related Technology), FISCAM (Federal Information System Controls Audit Manual),
CISA (Computer Information Systems and Analyses).

Das in der Informatik angewandte Verfahren lautet TBS (Time Based Security). Im Gegensatz zu
traditionellen Audit-Verfahren versucht diese Methode nicht, die folgende Frage zu
beantworten: "Wie kann ich ermitteln, wo ich mich im Verhältnis zu den Branchenstandards
befinde? TBS hat die Ermittlung der Widerstandsfähigkeit der Lösung gegenüber Attacken
zum Ziel. Dieses Verfahren ermöglicht es, die Lebensfähigkeit einer Lösung in Form einer
Dauer anzugeben und die potenziellen oder tatsächlichen finanziellen Verluste zu beziffern.
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Diese Methode hat zum Ziel, das Risiko in Bezug auf die Finanzen und die Frequenz anzugeben.
Wenn man das Risiko auf diese Weise misst, ist es möglich, die finanzielle Bewertung der
Risiken, denen das Unternehmen ausgesetzt ist, mit den Kosten für die Durchführung von
Schutzmaßnahmen zu vergleichen.
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Diese Methode basiert auf der folgenden Formel:
Potenzieller Verlust pro Jahr =
Wert des dem Risiko ausgesetzten Elements * Expositionsfaktor * Einschätzung der
Häufigkeit des Auftretens des Ereignisses pro Jahr.
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Man kann also von einer Bewertung der Investitionsrentabilität
sprechen (ROI = Return On Investment).
Der "Wert des dem Risiko ausgesetzten Elements"
gibt die finanzielle Bewertung des Elements an, das vom Ereignis betroffen sein kann.
Der "Expositionsfaktor"
bezeichnet den Teil des Elements, der im Fall einer Katastrophe dem Risiko ausgesetzt ist.
Die "Einschätzung der Häufigkeit des Auftretens des Ereignisses pro Jahr"
ist eine Einschätzung, wie oft das Ereignis pro Jahr auftreten kann.
Dieses Verfahren wird vor allem von Versicherungsgesellschaften verwendet und ist nicht
wirklich für die Bewertung der Risiken im Bereich der elektronischen Datenverarbeitung
geeignet. Bei dieser Bewertung stellt sich das Problem, den Elementen der EDV-Lösung einen
Wert zuzuweisen, ohne dass zuverlässige Statistiken bezüglich der Häufigkeit des Auftretens
eines bestimmten Ereignisses verfügbar sind.
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Diese Methode hat die Ermittlung und Bewertung der Risiken untereinander zum Ziel.
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Beim "Wert des dem Risiko ausgesetzten Elements" »
handelt es sich im Bereich der EDV-Risiken um den jeweils zu schützenden Wert.
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Der "Verwundbarkeits-Index" »
gibt den Grad der Verwundbarkeit an, d.h. inwiefern das Element dem Risiko
ausgesetzt ist. Falls bereits Sicherheitselemente implementiert worden sind,
so ist dieser Index das Abbild der nativen Verwundbarkeit, gewichtet mit den
bereits implementierten Sicherheitsmaßnahmen.
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Die Bedrohung »
ist eine Einschätzung der Anzahl von Angriffen, denen das Element potenziell ausgesetzt ist.
Zu Beginn dieser Bewertung wird eine Matrix erstellt, welche die verschiedenen
Kombinationen (Hoch, Mittel, Gering) der Komponenten sowie das Ergebnis dieser Kombinationen angibt.
Beispiel einer Matrix:

HOHER Wert * HOHE Verwundbarkeit * HOHE Bedrohung: HOHES RISIKO

HOHER Wert * MITTLERE Verwundbarkeit * HOHE Bedrohung: HOHES RISIKO

HOHER Wert * GERINGE Verwundbarkeit * HOHE Bedrohung: MITTLERES RISIKO
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Ausgegangen wird von der Einschätzung des Risikos in Bezug auf folgende
Sachlage "Geld auf dem Boden eines öffentlichen Parks liegen lassen".
Der Wert des dem Risiko ausgesetzten Elements lässt sich beziffern, da es sich um
die im Park auf dem Boden liegende Geldsumme handelt.
Die Sicherheitslücke ist hoch, da der Ort für jedermann einsehbar und zugänglich ist.
Die Bedrohung ist groß, da sich jede Person im Park des Geldes bemächtigen könnte.
Ergebnis:

HOHER Wert * HOHE Verwundbarkeit * HOHE Bedrohung: HOHES RISIKO


Die 80:20-Regel ist auch auf das Management der Risiken im Zusammenhang mit der elektronischen
Datenverarbeitung anwendbar. Sie besagt, dass 80% der Risiken durch 20% der erforderlichen
Investitionen abgedeckt werden können. Angesichts der Tatsache, dass die Sicherheit von EDV- und
Kommunikationssystemen niemals lückenlos ist, muss dieses Prinzip, das als ein Fürsorgepflicht-Verfahren
betrachtet werden kann, unbedingt angewandt werden.
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