Zugriffsverwaltung per Berechtigungsprüfung
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Die Grundsätze der Berechtigungsprüfung sind auf die "Benutzer"- und
"Administrator"-Zugriffsebene, auf Server und auf Softwareprogramme anwendbar.
Bei der Betrachtung der Sicherheitslücken darf auch nicht der Zugriff auf die physikalischen
Elemente des EDV-Systems wie beispielsweise die Router, die Switches
etc. vergessen werden...
Die klassische Lösung = Kennung und Passwort
Diese gängige Authentifizierungslösung basiert auf einer Kombination aus
einer vom Administrator bereit gestellten Kennung und einem
vom Endbenutzer selbst festgelegten Passwort.
Diese Lösung unterliegt diversen ihr inne wohnenden Sicherheitslücken:

Für die Einrichtung eines Passwortes gibt es einige Qualitätskriterien, die beachtet
werden sollten, um zu vermeiden, dass spezielle Softwareprogramme das Passwort
innerhalb kürzester Zeit cracken können. Cracken ist ein englischer Begriff,
der knacken oder dechiffrieren des Passworts bedeutet. Diese Kriterien sind in Kapitel 5 des vorliegenden Dokuments beschrieben.
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Bei der Installation von Softwareprogrammen wie etwa einem Betriebssystem werden
Standard-Benutzerkonten eingerichtet. Diese Konten verwenden ein Passwort, das
allen Piraten/Crackern bekannt ist. Es liegt auf der Hand, dass diese Konten die
ersten Ziele von übel gesinnten Personen sind. Es ist daher erforderlich, dieses
Benutzerkonto durch ein zuverlässiges Passwort zu schützen.

Ein Passwort ist das Mittel zur Identifikation des Benutzers eines Kontos. Es folgt der
gleichen Logik wie die Eingabe einer PIN-Nummer an automatischen Bankschaltern.
Leider kommt es jedoch viel zu häufig vor, dass Passwörter am Bildschirm
angezeigt werden oder mehreren Personen bekannt sind.
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Bestimmte Softwareprogramme wie etwa Datenbanken oder andere erstellen Benutzerkonten,
die intern verwendet werden, um mit den anderen Komponenten des EDV-Systems zu kommunizieren.
Diese Kennungen und ihre Passwörter, die häufig wenig resistent oder sogar gar nicht vorhanden
sind, sind dokumentiert und folglich allen Piraten/Crackern bekannt.

Die Übertragung oder Speicherung von Passwörtern erfolgt in den meisten EDV-Systemen
auf verschlüsselte Art und Weise. Es ist jedoch ratsam, sich zu vergewissern, dass die
standardmäßige Parametrierung kein schwaches und leicht zu dechiffrierendes Verschlüsselungsverfahren
nutzt. Es ist mit Sicherheit davon auszugehen, dass weniger leistungsfähige Verschlüsselungsverfahren
in der Welt der Piraten/Cracker bekannt sind.
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Zahlreiche Softwareprogramme verwenden Passwörter, welche die Möglichkeit bieten,
sie so zu speichern, dass diese beim nächsten Mal nicht mehr eingegeben werden müssen.
Selbstverständlich wird trotz des praktischen Aspekts von diesem Verfahren abgeraten, da
es fast so ist, als hätte man gar kein Passwort eingerichtet.

Die wiederholte fehlerhafte Eingabe von Passwörtern für ein und dasselbe
Benutzerkonto ist ein deutliches Warnsignal für den Administrator.
Obwohl die Mehrheit der EDV-Systeme eine Sperrung eines Benutzerkontos nach einer
gewissen Anzahl von fehlerhaften Passworteingaben unterstützt, kommt es nicht selten vor,
dass diese Möglichkeit nicht genutzt wird, was folglich den in diesem Dokument
beschriebenen Cracker-Softwareprogrammen Tür und Tor öffnet.
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Bei der Untersuchung der vom SANS (System Administration, Audit, Network,
Security institute - www.sans.org) veröffentlichten "Top20"-Sicherheitslücken
stellt man fest, dass die Verwundbarkeit der Berechtigungsprüfungsverfahren
seit mehr als einem Jahr zu den "Top10" der am häufigsten genutzten Sicherheitslücken gehört.
Für derartige Attacken verwenden die Piraten/Cracker/Hacker spezielle Decodierungsprogramme,
die auf zwei verschiedenen Technologien beruhen:

Dieser Softwaretyp probiert alle Kombinationen aus. Die Kombinationen enthalten sowohl
Hybrid- als auch alphanumerische Zeichen. Diese Lösung ist äußerst effizient, erfordert
jedoch viel Zeit zum Cracken von komplexen Zeichenketten.
Einige dieser Tools wurden für spezielle Softwareprogramme wie etwa Microsoft Word oder andere entwickelt.

Diese Software probiert alle in einem Wörterbuch gespeicherten Begriffe aus
und deckt somit die meisten der üblicherweise verwendeten Passwörter ab.
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Dieses etwas schnellere Verfahren liefert jedoch nicht dieselben Ergebnisse wie die brutale Methode.

Ein anderes, leider weit verbreitetes Verfahren, ist die Ausnutzung bestimmter "Web-Bugs".
Das Ziel dieser Methode besteht darin, die gesamte Verschlüsselung der Tastatureingabe abzuhören
und sie an eine bestimmte Adresse zu übertragen. Das Dokument bezüglich der "Bugs"
enthält ausführlichere Informationen über die Gegenmaßnahmen.

Die Auswirkungen der Ausnutzung der in Abschnitt 2 beschriebenen Sicherheitslücken
lassen sich leicht ausmalen, da durch diese Ausnutzung ein EDV-System einschließlich
der Softwareprogramme und aller darin enthaltenen Daten öffentlich gemacht werden kann
(siehe auch "Auswirkungen der Angriff auf ein EDV-System").
Im schlimmsten Fall kann ein derartiger Angriff zum vollständigen Verlust der Kontrolle
über das EDV-System führen, bei dem keine andere Möglichkeit bleibt, als das System von Grund auf neu aufzubauen.
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Die nachfolgend aufgeführten Ratschläge gelten für die Nutzung der
Berechtigungsprüfung per Benutzerkonto/Passwort. Diese Regeln sind von
Ihnen in der Verwaltungssoftware so anzuwenden, dass sie automatisch auf
alle erstellten Benutzerkonten angewandt werden.

Wenn die Passwörter der folgenden Beschreibung entsprechen, können Sie davon ausgehen,
dass die Cracker-Programme dermaßen viel Zeit erfordern, dass mögliche
Piraten/Cracker die Lust und den Mut verlieren:
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Passwörter dürfen keinen Teil des Benutzernamens enthalten.
Passwörter sollten mindestens 6 bis 8 Zeichen lang sein.
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Passwörter sollten mindestens drei Zeichen der folgenden Zeichengruppen enthalten:
klein geschriebene alphabetische Zeichen
groß geschriebene alphabetische Zeichen,
Ziffern (0 bis 9),
nicht alphanumerische Zeichen (!,*,# etc.).
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Protokollieren Sie die verwendeten Passwörter. Auf diese Weise ist es für die Benutzer
nicht möglich, immer dieselben zwei oder drei Passwörter zu verwenden.
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Weisen Sie dem Passwort eine maximale Gültigkeitsdauer zu. Auf diese Weise wird
gewährleistet, dass der Benutzer nach Ablauf der Gültigkeitsdauer sein Passwort ändert.
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Weisen Sie dem Passwort eine minimale Gültigkeitsdauer zu. Dies mag
erstaunlich klingen, aber wenn Sie diese minimale Dauer
nicht beachten, ist die Protokollierung der Passwörter nutzlos,
da ein Benutzer nur zehn Mal innerhalb einer Minute sein Passwort ändern muss,
um wieder sein ursprüngliches Passwort nutzen zu können.
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Um zu vermeiden, dass die Abwesenheit eines Systemadministrators zur vollständigen Sperrung
eines EDV-Systems führen kann, ist es manchmal erforderlich, einer Person einen Notzugang
zu verleihen. Es sollte jedoch vermieden werden, dass diese Person diesen Zugang grundlos
nutzen kann. Zu diesem Zweck ist es möglich, das Passwort in einem versiegelten Umschlag
in einem Tresor aufzubewahren oder ein Passwort einzurichten, das sich aus zwei verschiedenen
Teilen zusammensetzt, wobei einer Person nur jeweils ein Teil dieses Passworts bekannt ist.
Um ein komplexes, jedoch leicht zu merkendes Passwort einzurichten, können Sie das
Anfangsbuchstaben-Verfahren nutzen. Beispiel: "Ich bin am 13. Juli '61 in
Luxemburg geboren" -> "Iba13J61iLg".

Es ist äußerst wichtig, in regelmäßigen Abständen die Protokolle zu überprüfen, um mögliche
Zugriffsversuche durch unbefugte Personen zu erkennen.
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Es ist genauso wichtig, die Liste der Benutzer einschließlich ihrer Profile und
ihrer Rechte innerhalb des EDV-Systems immer auf dem aktuellen Stand zu halten.

Die Benutzerkonten des Typs "Administrator", die mit zahlreichen Rechten versehen sind,
sind das bevorzugte Ziel von Piraten und Crackern. Es wird geraten, dieses Konto nicht
für eine gesamte EDV-Abteilung oder Gruppe einzurichten, sondern entsprechende, den jeweiligen
Anforderungen jedes Teammitglieds entsprechende Profile zu erstellen.
Im Betriebssystem Microsoft Windows ist es eventuell sogar erforderlich,
alle Rechte des "Administrator"-Benutzerkontos einzuschränken und ihm ein sehr
komplexes Passwort zuzuweisen. Anschließend reicht es aus, die Aufgaben auf andere,
weniger sichtbare Benutzerkonten aufzuteilen. Auf diese Weise verschwenden Piraten/Cracker
ihre Zeit auf einen Köder, der ihnen rein gar nichts ermöglicht. Dies ist jedoch unter
Unix mit dem Benutzerkonto Root leider nicht möglich.
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Es sind verschiedenste Softwareprogramme zur Überprüfung der Zuverlässigkeit von Passwörtern
erhältlich. Da diese Softwareprogramme jedoch leider sehr kostspielig sind, könnte es für Sie
günstiger sein, externe Unternehmen mit der Durchführung dieser Art von Überprüfung zu beauftragen.
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Achtung :
Vor der Durchführung jeglicher Art von Überprüfung der Zuverlässigkeit
von Passwörtern müssen Sie die für die Verwaltung des Zugangs verantwortliche
Person informieren und die möglichen Auswirkungen analysieren. Die Verwendung
dieser Art von Softwareprogrammen kann nämlich bis hin zur Sperrung jeglicher Benutzerkonten führen.
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Seit einiger Zeit sind neue Berechtigungsprüfungslösungen wie etwa die PKI
(Public Key Infrastructure), die Biometrik und Chipkarten auf dem Markt.
Diese Lösungen werden in separaten Dokumenten beschrieben.
Der Vorteil dieser Lösungen besteht in der Beseitigung des Problems der Enthüllung von Passwörtern
oder der Übertragung kritischer Daten über das Netzwerk. Leider sind diese Lösungen noch sehr
kostspielig und nur schwer zu implementieren.
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